Bandscheibenvorfall

Hexenschuss, Ischias, Kreuzschmerz, LWS-Syndrom – viele Begriffe, unterschiedliche Ursachen

Eine der häufigsten Ursachen ist der Bandscheibenvorfall. Hierbei besteht meistens ein starker Schmerz im Rücken, der bis in die Beine oder Arme ausstrahlt. Ein Kribbeln in den Fingern oder Zehen. Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen im Arm oder im Bein.

Unser Interdisziplinäres Zentrum für Wirbelsäulen- und Skoliosetherapie ist auf die Behandlung von Bandscheibenvorfällen spezialisiert. Diese können akut oder chronisch sein. Eine Operation kann häufig vermieden werden. Bei uns erfolgt von der Diagnose über die medikamentöse Schmerztherapie bzw. wirbelsäulennahe, röntgengestützte Infiltrationen bis hin zur Bandscheiben-Operation alles aus einer Hand. Sie profitieren von der jahrelangen Erfahrung unserer Rückenspezialisten, damit Sie als Patient eine schnelle Lösung für ihre Beschwerden erhalten.

Ursachen und Symptome

Die Wirbelsäule ist aus 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln und 5 Lendenwirbeln aufgebaut. Dazwischen liegen 23 Bandscheiben, diese puffern Druck und Stöße ab. Mit dem Alter verliert die Bandscheibe Höhe und Elastizität, wird steifer und verschleißt durch die langjährige Belastung. Der gelartige Kern der Bandscheibe kann sich dann durch kleine Risse in den Faserringen vorwölben (Bandscheibenprotrusion) oder durchbrechen (Bandscheibenprolaps). Am häufigsten geschieht dies auf Höhe der untersten 2 Bandscheiben (LWK 4/5 und LWK 5/SWK 1). Dieser Bereich ist durch langes Sitzen und schweres Heben stärker belastet. Bandscheibenvorfälle können aber auch im Bereich der (meistens unteren) Halswirbelsäule vorkommen. Bandscheibenvorfälle im Brustwirbelbereich sind sehr selten und verursachen noch seltener Beschwerden. Das Verhältnis Bandscheibenvorfällen der LWS zu HWS zu BWS ist etwa 100 zu 10 zu 1.

Wodurch steigt das Risiko für einen Bandscheibenvorfall?

Wodurch steigt das Risiko für einen Bandscheibenvorfall?

Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 40 Jahren. Im jüngeren Alter ist der Faserring häufig noch sehr stabil - im höheren Alter ist der gelartige Kern zunehmend fester und tritt nicht mehr so leicht heraus. Das individuelle Alter kann hiervon jedoch erheblich abweichen. Wenn Sie einen Bandscheibenvorfall haben, hat das häufig auch eine längere Geschichte und mehrere ungünstige Faktoren haben zusammengewirkt.

Vererbung

  • Eine genetische Veranlagung kann starken Verschleiß begünstigen.

 

Belastungen aus Beruf und Alltag

  • Anhaltende Fehlhaltungen
  • Anhaltende Fehlbelastungen (falsches und zu schweres Heben, einseitige Belastungen)
  • Anhaltender Bewegungsmangel

 

Ungünstige körperliche Voraussetzungen

  • Übergewicht bis hin zu Fettleibigkeit
  • Schwäche der Rumpf- und Rückenmuskulatur
  • Rauchen
Wie macht sich ein Bandscheibenvorfall bemerkbar?

Wie macht sich ein Bandscheibenvorfall bemerkbar?

Ein Bandscheibenvorfall kann auf die Nerven des Rückenmarkskanals drücken und so starke Schmerzen verursachen. Dauerhaft beeinflusst dies auch die Funktion des Nervs. Symptome sind meistens einseitige Gefühlsstörungen, mit Kribbeln oder Taubheitsgefühlen, die bis in die Finger oder Füße entlang typischer anatomischer Ausbreitungsgebiete (Dermatome) ziehen. Zusätzlich verkrampfen sich auch die umliegenden Muskeln, um schmerzhafte Bewegungen zu verhindern.

Die Symptome sind sehr variabel und hängen von der Lage, Größe und Beschaffenheit des Bandscheibenvorfalls ab:
 

Halswirbelsäule:

  • Nacken-, Schulter- und/oder Armschmerzen
  • Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Arm
  • Lähmungserscheinungen einzelner Muskelgruppen
  • Muskelverhärtungen im Nacken und Schulterbereich
  • In den Kopf ausstrahlende Schmerzen
  • Sehr selten Schwindel

 

Brust- und Lendenwirbelsäule:

  • Rücken- und/oder Beinschmerzen
  • Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Bein
  • Lähmungserscheinungen einzelner Muskelgruppen
  • Muskelverhärtungen und Fehlhaltung im Rücken
  • Sehr selten Funktionsstörung der Blasen- und Darmschließmuskulatur (Inkontinenz)

Diagnostik

Im Vordergrund steht eine ausführliche Anamnese (Krankheitsgeschichte) und körperliche Untersuchung. Schmerzempfinden, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen geben uns meist schon Aufschluss über die Lage Ihres Bandscheibenvorfalls. Weitere Untersuchungen helfen, die Ursachen Schritt für Schritt abzuklären. Wenn Sie vom Hausarzt oder Orthopäden kommen, liegt häufig bereits eine MRT-Untersuchung (Kernspin) vor. Dennoch ist die genaue Untersuchung wichtig. Nur so wissen unsere Experten, ob Ihre Beschwerden und die Befunde der Bildgebung auch zusammenpassen. Es stehen bei Bedarf modernste bildgebende Verfahren, wie MRT, digitales Röntgen und gegebenenfalls auch eine Computertomografie (CT) zur Verfügung.
 

In manchen Fällen ist die Ursache Ihrer Schmerzen nicht unmittelbar zu finden. Dann bedarf es einer weiteren Klärung, die unsere Experten mittels einer sogenannten Stufendiagnostik durchführen. Wir betäuben durch gezielte Schmerzmittel-Injektionen den mutmaßlichen Ursprung Ihrer Schmerzen. Bleiben die Beschwerden bestehen, testen wir das nächste Areal. Bessern sich die Schmerzen, können wir das Gebiet der Schmerzentstehung langsam einkreisen und mit speziellen Medikamenten und/oder Prozeduren behandeln.

Behandlung

Bandscheiben-Operation? Nur selten notwendig!

Nur jeder zehnte Bandscheibenvorfall muss operiert werden. Noch seltener besteht eine sehr dringliche (Notfall-) Indikation zur Operation. Dies wäre z. B. bei plötzlich aufgetretener Inkontinenz und einer Taubheit im Bereich der Bein-Innenseiten (sog. Cauda-Syndrom) oder bei rasch zunehmenden schweren Lähmungserscheinungen notwendig. In diesen sehr seltenen Fällen stehen unsere Experten rund um die Uhr für Sie bereit.

Mit schmerzstillenden Medikamenten, spezieller Krankengymnastik, gegebenenfalls Infiltrationen (Schmerzspritzen) und dem umfassenden Therapie- und Trainingsangebot unseres Zentrums können wir mehr als 90 % unserer Patienten erfolgreich ohne Operation behandeln.

Falls doch eine Bandscheibenvorfall-Operation notwendig ist, sind Sie bei uns in besten Händen. Unser Team setzt sich aus Neurochirurgen und Orthopäden zusammen, um Ihnen die beste Medizin auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft anzubieten. Ergänzt wird die Behandlung durch Nervenärzte (Neurologen), spezialisierte Pflegekräfte und Physiotherapeuten.

Konservative Behandlungsmethoden

Konservative Behandlungsmethoden

Wir bieten stationär und ambulant folgende konservative Maßnahmen an:

  • Schmerztherapie (schmerz- und entzündungshemmende Medikamente)
  • Physiotherapie mit Muskelkräftigung
  • Wärmetherapie
  • Massagen
  • Gymnastik
  • Elektrobehandlung
  • Röntgen-, CT- oder MRT-gestützte Infiltrationsverfahren
Operative Behandlungsmethoden

Operative Behandlungsmethoden

Dank der jahrzehntelangen Erfahrung unserer Spezialisten werden Sie ausführlich beraten, zu welchem Zeitpunkt eine Bandscheiben-Operation erfolgversprechender ist als eine langwierige konservative Behandlung. Wenn Sie bereits seit Monaten mit Beschwerden aufgrund eines Bandscheibenvorfalls zu kämpfen haben, ist die Möglichkeit einer Operation häufig erfolgversprechender als weitere Monate mit konservativer Therapie zu verbringen.
Unsere Wirbelsäulenexperten operieren die Bandscheibe in aller Regel minimalinvasiv. Über kleine Hautschnitte können unsere Spezialisten mittels Operationsmikroskop oder Endoskop (Schlüssellochchirurgie)

  • einen Bandscheibenvorfall entfernen
  • eingeengte Nerven befreien
  • eine verschlissene Bandscheibe entfernen
  • künstliche Bandscheiben einsetzen

Der Vorteil für Sie: Sehr kleine Narben und eine geringe Verletzung der wichtigen Rückenmuskulatur. Die Wunden heilen schnell und wir können Sie früh wieder nach Hause entlassen - meist schon nach wenigen Tagen.
Egal ob die isolierte Entfernung des kranken Bandscheibengewebes, die Implantation einer künstlichen Bandscheibe oder die Fusion (Versteifung) angrenzender Wirbelkörper - unser interdisziplinäres Team stimmt die optimale Behandlung ganz individuell auf Sie ab.